Die Menschen nicht im Regen stehen lassen
Jugend demonstriert für Öffnung in der Kirche
Trotz strömenden Regens trafen sich am Mittwochabend ca. 250 engagierte junge und jung gebliebene Katholikinnen und Katholiken in Linz zu einer Demonstration für Reformen in der Kirche. Unter dem Motto „Hallo Rom - Nicht nur Ja & Amen!" forderten sie Mitbestimmung, Gleichberechtigung und Öffnung in der Kirche.
Ehrenamtliche Jugendliche der kj oö hatten zu dieser Demo aufgerufen: „Wir sind Teil dieser Kirche, aber wir sagen nicht zu allem Ja und Amen. Mit dieser Demonstration wollen wir zeigen, dass wir gerne zu dieser Kirche gehören, und auch auf Dinge hinweisen, die uns in unserer Kirche stören.", begrüßte Stefanie Poxrucker, Vorsitzende der kj oö, die TeilnehmerInnen.
Auf der Website zur Aktion ‚www.hallo-rom.at' sind in den Tagen zuvor über 150 Strophen veröffentlicht worden: „Daraus eine Auswahl für die Demo zu treffen war nicht einfach", so Poxrucker. Mit der Website und der Demonstration wollen sich Jugendliche Gehör für ihre Anliegen schaffen und konstruktive Kritik an der Kirche äußern.
Der Protestsong begleitete die DemonstrantInnen auf ihrem Marsch vom AEC-Platz über den Hauptplatz und die Ursulinenkirche zum Mariendom. Bei den Stationen am Weg sprachen Ehrenamtliche über die drei Forderungen der Aktion: Mitbestimmung, Gleichberechtigung und Öffnung.
„Vielfalt, Buntheit und Lebendigkeit in der Kirche sind nur durch Mitbestimmung möglich!", betonte der Vorsitzende der kj oö Sebastian Rappl am Hauptplatz. „Die Kirche muss den Menschen Vertrauen schenken. Sie muss erkennen, dass die Verschiedenheit der Menschen eine Bereicherung ist!"
Die Forderung nach Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau in der Kirche brachte Erika Kirchweger, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung OÖ, in ihrem Statement in der Ursulinenkirche auf den Punkt: "Frauen geben dieser Kirche Vieles, übernehmen viele Aufgaben und es ist nicht einzusehen, dass sie aufgrund ihres Geschlechts von vielen Diensten ausgeschlossen werden." Auch die Gleichberechtigung zwischen Laien und Priestern ist den Demonstrierenden ein Anliegen. So meinte Kirchweger weiter: „Wir alle sind Kinder Gottes. Wir sind getauft auf Jesus Christus. Und aufgrund dieser Taufe sind wir alle gleich an Würde und sollten auch gleich an vielen dieser Rechte sein in dieser Kirche!"
Im Dom wurden die TeilnehmerInnen der Demonstration von Dompfarrer Maximilian Strasser empfangen. Dort betonte die ehrenamtliche Mitarbeiterin Stefanie Hinterleitner in ihrem Abschlussstatement mit der Forderung nach Öffnung, wie wichtig es sei, auf die Zeichen der Zeit zu achten. „Es geht nicht um die Anbetung der Asche, sondern um die Weitergabe des Feuers!", so die Jugendliche.
Anschließend an die Demonstration fand eine Andacht statt und die Votivkapelle des Mariendoms war aufgrund des großen Andrangs bis auf den letzten Platz gefüllt.
Die InitiatorInnen freuen sich über das gelungene Zeichen für eine Kirche der Vielfalt und Veränderung: „Der Regen ist ein recht passendes Sinnbild: Oft haben wir Jugendliche in der Kirche das Gefühl, im Regen stehen gelassen zu werden.", meint Poxrucker abschließend. „Gerade als Katholische Jugend wollen wir Jugendliche nicht im Regen stehen lassen. Wir gehen mit ihnen, wollen sie seelsorglich begleiten, ihre Ängste und Sorgen, Hoffnungen und Freuden ernst nehmen. Das ist der wesentliche Auftrag der Kirche in dieser Zeit und die Botschaft, die Jesus durch sein Leben vermittelt hat."
Rückfragehinweis:
Stefanie Poxrucker
0676 8776 3314
stefanie.poxrucker@dioezese-linz.at
Jugend schickt Protestsong an den Vatikan
Jugendliche melden sich mit lautstarkem Lied an den Vatikan zu Wort. Auf www.hallo-rom.at hat ab sofort jedeR die Möglichkeit, am längsten Protestsong der Welt mitzuschreiben und mitzusingen.
„Hallo Rom, wir wollen etwas wagen, auch wenn's eure heilge Ruhe stört. Hallo Rom, wir wollen nur mal sagen, in unsrer Kirche läuft etwas verkehrt", so die erste Strophe des Protestlieds.
Die Idee, einen Protestsong an den Vatikan zu richten, wurde im April diesen Jahres beim Diözesanplenum der Katholischen Jugend Oberösterreich geboren, wo viele Ehrenamtliche eine Reaktion auf die aktuelle Situation in der Kirche forderten. „Viele Menschen sind derzeit unzufrieden mit der Kirche. In der derzeitigen Situation der Kirche haben viele seit langem bekannte Themen wieder an Aktualität gewonnen", erklärt Stefanie Poxrucker, ehrenamtliche Vorsitzende der Katholischen Jugend Oberösterreich, die Beweggründe, die Aktion „Hallo Rom!" ins Leben zu rufen.
Mit „Hallo Rom!" soll ein Ventil für Kirchenfrust bieten und ein zukunftsfähiges Modell von Kirche zeichnen. „Unser Protestlied richtet sich in erster Linie an 'Rom', also die Kirchenleitung, der wir unsere Botschaft von der Basis überbringen wollen", erklärt Poxrucker. „Es gibt vieles, was man an der Kirche kritisieren kann. Am meisten stört viele Jugendliche aber, dass Ihnen oft gar nicht zugehört wird", ergänzt Stephan Bazalka, ehrenamtlicher Vorsitzender der Katholischen Jugend Österreich. „Bei diesem Protestlied geht es nicht um Beschimpfungen oder Schlechtmacherei. Es ist aber höchste Zeit, in der Kirche Raum zu geben für konstruktive Kritik und den Mut, zu sagen, was ist."
„Wir sind gern Teil dieser Kirche, aber wir sagen nicht zu allem ‚Ja und Amen‘. Mitbestimmung, Gleichberechtigung und Öffnung sind längst überfällig!" bringt Poxrucker die Forderungen auf den Punkt und Bazalka ergänzt: „Als Katholische Jugend sehen wir es als unsere Aufgabe, ein Sprachrohr für Jugendliche und ihre Wünsche, Hoffnungen und Ängste zu sein."
Die Katholische Jugend lädt alle ein, ihre Sorgen, Kritik und Wünsche in Worte zu fassen und daraus eine Strophe für den Protestsong zu machen. „Diese kann dann als Text oder Video auf www.hallo-rom.at gestellt werden", so Stefanie Poxrucker abschließend: „Gemeinsam machen wir das längste Protestlied der Welt!"
Kontakt
Stefanie Poxrucker
kontakt@hallo-rom.at
Mobil: 067687763314
Pressestimmen
Inland
KRONE (2.6.2010, Katholische Jugend demonstriert für Erneuerung)
http://www.krone.at/Oberoesterreich/Protest_in_Linz-Katholische_Jugend_demonstriert_fuer_Erneuerung-Story-202893
ORF (2.6.2010, Demonstration der Katholischen Jugend)
http://ooe.orf.at/stories/447229/
ORF (26.5.2010, Reaktion der Diözese Linz)
http://ooe.orf.at/stories/445332/
ORF (25.5.2010, Protestsong der katholischen Jugend)
http://ooe.orf.at/stories/444991/
religion.orf.at
http://religion.orf.at/projekt03/news/1005/ne100525_hallorom_fr.htm
derstandard.at
http://derstandard.at/1271377316913/Adressat-Vatikan-Katholische-Jugend-schreibt-laengsten-Protestsong-der-Welt
KRONE (24.5.2010, Katholische Jugend plant längstes Protestlied der Welt)
http://www.krone.at/Oberoesterreich/Hallo_Rom-Katholische_Jugend_plant_laengstes_Protestlied_der_Welt-Story-201383
OÖN (25.5.2010, Gegen den Kirchenfrust: Katholische Jugend plant den längsten Protestsong der Welt)
http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/art4,398194
OÖN (26.5.2010, Die Stimme, das wichtigste Instrument)
http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/art4,398976
Kathpress
http://www.kathweb.at/content/site/nachrichten/database/32832.html
Life Radio
http://www.liferadio.at/news/view/article/14/25052010-alles-aus-oberoesterreich-0925/
Ausland
Morgenweb (D)
http://www.morgenweb.de/nachrichten/politik/20100526_mmm0000000057250.html
LaCroix (FR)
http://www.la-croix.com/afp.static/pages/100524151851.3hw5b7p3.htm
Katholische Internationale Presseagentur (CH)
http://www.kipa-apic.ch/index.php?pw=kineupa&na=0,0,0,0,d&ki=208333
ChristNet (SZ)
http://www.christnet.cz/magazin/zprava.asp?zprava=19560
















